Barocke Literatur ca.1600 – 1720 (Gesamteuropäische Bewegung)

I. Begriffsbestimmung

  • Wort "barocco" = portugiesisch Steinchen und fand anfangs Anwendung in der Architektur
  • durch franz. Klassizismus -> allgemeiner Kunstausdruck mit Sinn: absonderlich, schwülstig, formlos und regelwidrig war eher ein negativer Begriff
  • nicht nur in Literatur vorhanden, auch verwandte Züge in Musik und Kunst

II. Historischer Hintergrund

  • zur Zeit des Dreißigjährigen  Krieges
  • stark religiöse Prägung, Glaubensspaltung, Gegenreformation
  • vieles im Zwiespalt: Lebensgefühl zwischen Freude am Leben(carpe diem) und Vergänglichkeit(>memento- mori), zwischen Genuss und Askese, zwischen Sein und Schein
  • Auszug aus allgemeiner Geschichte, Naturwissenschaften und Kultur
    • Augsburger Religionsfrieden
    • 1596- 1650 Descartes: "Ich denke also bin ich"
    • 1618-1648 30 jähriger Krieg
    • 1633 Galileo Galilei steht vor Inquisitionsgericht, da er der Auffassung war die Sonne ist der Mittelpunkt des Universums und die Erde sei eine Kugel>
    • 1650 erste deutsche Tageszeitung
    • 1648 westfälischer Frieden
    • später  Höfe als kulturelle Zentren

III. Philosophischer Hintergrund

  • Wissenschaft, Philosophie des Barock entfaltet sich vor Hintergrund krisenhafter Zeit
  • Auseinandersetzungen und Dreißigjähriger Krieg markieren höchst verwirrende Periode
  • Philosophie der Zeit zeigt Doppelgesicht:
    • eine Seite> vor gegen die neue Welt der
    • zweite Seite nach hinten auf Renaissance
  • Mittelalter alleiniges Vertrauen auf Kirche und Glauben
  • Ideal der Renaissance war Mensch der sich mit Kunst, Wissenschaft selbst befasste!

Barocke Philosophie

  • 17. Jahrhundert geprägt von Spannungen der Gegensätze
  • Tiefes Bewusstsein der Vergänglichkeit aller Dinge

2 Gruppen der Philosophie

  • Mensch ist seelischer oder geistiger Natur -> Idealismus | Hauptvertreter: Renè Descartes
  • alle Phänomene menschl. Vernunft/Kultur sind materiellen Ursprungs -> Materialismus | Vertreter: Thomas Hobbes

Lebens-/ Weltbild

Weltbühne

Schein Sein
Lebenslust Todesangst
Genuss Askese
Glück Eitelkeit
(Fortuna) (Vanitas)
Lustgarten Jammertal

IV. Typische Form Elemente

  • bevorzugt sind bestimmte Wort-, Satz-, Gedanken- und Klangfiguren wie z.B. Unverbundene Worthäufung und Parallelenhäufung
  • man war der Meinung, dass sich dt. Sprache nur eigne, wenn sie metaphorische Verzierungen aufweist

1.Lyrik:

Das Sonett:

  • festgeschriebene Gedichtsform in 14 Versen
  • ingeteilt in Quartetten und Terzetten

Volkslieder, Kirchenlieder

Andreas Gryphius (1616-1664)

  • "Tränen des Vaterlandes" (Anno 1636)
  • schrieb auch für Schulen Theaterstücke

Martin Opitz (1597-1639)

  • übersetzt Sonette aus der griech. und röm. Literatur
  • als Vorbild für dt. Lyrik

2. Epik:

  • Volksbuch des Dr. Faust
  • Till Eulenspiegel
  • Roman:
    • H. J. Christoffel von Grimmelshausen (1621/22-1676)
    • "Der Abenteuerliche Simplicissimus Teutsch"
 

3. Dramatik:

  • Volksstücke wurden auf Wanderbühnen gespielt z.B. von
    • Hans Sachs - "Fastnachtsspiele" - (1494-1576)
  • bürgerliches Theater
    • Gryphius "Katharina von Georgia"
  • barocke Hoftheater (siehe H. Sachs)- franz. Stücke in franz. Sprache
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4. theoretische Schriften:

  • Martin Opitz (Buch von dt. Dichtkunst)

V. Quellen